Knoten in der Wolle

 

Nichts ist ärgerlicher als ein Knoten mitten in der Reihe. Was tun? Auf keinen Fall weiterstricken. Denn einen Knoten sieht man später im Maschenbild, außerdem kann er aufgehen oder sich nach außen drücken. Deshalb: wenn Sie einen Knoten zu spät bemerken, bitte die Reihe zurückstricken, den Knoten auflösen und am Reihenanfang neu beginnen. Dasselbe gilt übrigens auch beim Knäuel-Wechsel. 

Aber warum sind überhaupt Knoten im Knäuel? Und warum oft um so mehr, je teurer das Garn ist?

Ein synthetisches Garn wie Polyamid oder Polyacryl kann technisch unendlich lang hergestellt werden, denn es kommt sozusagen aus einer Spritzdrüse. Ein Faden aus natürlichen Materialien wie beispielsweise Wolle oder Baumwolle ist irgendwann zuende, weil die Wollmenge, die gefärbt und kardiert wurde, endlich ist. Auch kommt es im Produktionsprozess vor, dass beim Verzwirnen von Garnen der Faden reißt. Das passiert um so öfter, je weicher und feiner das Material ist. Dann wird geknotet, meist maschinell, manchmal auch von Hand. Ein weiterer Grund für Knoten bei Farbverlaufsgarnen liegt darin, dass der Farbrapport zu Ende ist. Die Qualitäten der japanischen Marke Noro sind dafür ein gutes Beispiel. Es gibt sozusagen kaum ein Knäuel, in dem kein Knoten ist. Ist der Farbverlauf (ein Rapport) beendet, muss automatisch der neue Rapport angeknotet werden. 

Knoten sind unvermeidbar, würden in der Produktion alle Knäuel mit Knoten ausgemustert, würde das Garn doppelt so teuer werden. Es gibt sogar ein Gerichtsurteil, das besagt, dass bis zu drei Knoten in einem Knäuel sein dürfen. Aber so sehr sollten wir uns dann doch nicht über Knoten ärgern. Sie wissen nun, warum sie in die Knäuel kommen und dass sie vor allem nichts mitten im Strickstück zu suchen haben.